Mythen über die Schwangerschaft – was stimmt wirklich?
Es gibt unzählige Ammenmärchen und Mythen um die Schwangerschaft, die sich hartnäckig halten – obwohl alle davon nicht wahr sind. Persönlich finde ich Schwangerschaftsmythen unterhaltsam, solange sie nicht zu mehr gemacht werden, als sie sind. Deshalb habe ich eine kurze Liste mit bekannten Mythen erstellt, die man mit Humor und etwas Skepsis sehen sollte.e.
Mythen über die Schwangerschaft
1) Wenn du viel Sodbrennen hast, wird dein Baby viele Haare haben
Falsch. Es gibt keinerlei Zusammenhang zwischen Sodbrennen und der Haarmenge deines Babys.
2) Wenn dein Bauch spitz nach vorne wächst, wird es ein Junge
Falsch. Oder anders gesagt: Wenn du an Oberschenkeln und Po zunimmst, bekommst du ein Mädchen. Auch falsch. Jede Frau hat eine individuelle Körperform – sowohl schwanger als auch nicht schwanger. Die Form des Bauches hat nichts mit dem Geschlecht des Babys zu tun.
3) Eine schnelle Herzfrequenz bedeutet, dass du ein Mädchen bekommst, eine langsame einen Jungen
Sowohl falsch als auch richtig. Mädchen haben im Durchschnitt etwas kleinere Herzen als Jungen, weshalb ihre Herzfrequenz im Durchschnitt etwas höher ist. Allerdings gibt es sowohl Jungen mit hoher Herzfrequenz als auch Mädchen mit niedriger. Zudem schwankt die Herzfrequenz des Babys je nach Aktivitätsniveau, sodass dieser Mythos wenig verlässlich ist.
4) Man sollte am besten auf der linken Seite schlafen
Falsch. Viele Schwangere fühlen sich unwohl, wenn sie auf dem Rücken liegen, weshalb sie sich automatisch auf die Seite drehen. Meistens ist es angenehmer, auf der Seite zu liegen, auf der sich der Rücken des Babys befindet, was oft die linke Seite ist. Gesundheitlich gibt es jedoch keinen Unterschied, ob man auf der rechten oder linken Seite schläft. Wichtig ist nur, nicht auf dem Rücken zu liegen, wenn es sich unangenehm anfühlt.
5) Reichhaltige Creme verhindert Schwangerschaftsstreifen
Falsch. Schwangerschaftsstreifen entstehen in der Unterhaut, wo Cremes und Öle von außen keine direkte Wirkung haben. Allerdings kann es helfen, die Elastizität der oberen Hautschichten zu stärken, damit die Haut sich besser dehnen und später wieder zusammenziehen kann. Embrace ist dafür eine gute Wahl – sowohl wegen seiner pflegenden Eigenschaften als auch, weil das Eincremen des Bauches ein wunderbares Schwangerschaftsritual sein kann.
6) Schwangere dürfen kein Sushi essen
Falsch. Sushi ist während der Schwangerschaft erlaubt, allerdings sollte man große Raubfische wie Thunfisch meiden, da diese erhöhte Mengen an Schwermetallen enthalten können.
7) Wer die Geburt einleiten möchte, sollte Treppen steigen
Falsch. Es gibt keine Hinweise darauf, dass körperliche Aktivität eine Geburt auslösen kann. Allerdings kann es sehr anstrengend sein, hochschwanger Treppen zu steigen, sodass es sinnvoller sein könnte, die Energie für die Geburt aufzusparen. Bewegung ist grundsätzlich gut, aber man sollte den Körper nicht überlasten, um die Wehen künstlich anzuregen.
8) Je größer das Baby, desto schmerzhafter die Geburt
Falsch. Ein Baby mit 2500 Gramm zu gebären tut genauso weh wie ein Baby mit 4500 Gramm. Die Größe macht keinen Unterschied in der Schmerzintensität.
9) Frauen mit kleinen Brüsten können nicht genug Milch produzieren
Falsch. Die Menge der Milchdrüsen hat nichts mit der Brustgröße zu tun. Entscheidend für eine gute Milchproduktion ist das regelmäßige Stillen – am besten mindestens alle vier Stunden – und eine ausreichende Kalorienzufuhr. Wenn der Körper zu wenig Kalorien erhält, wird die Milchproduktion oft als erstes reduziert.
10) Sex kann die Geburt einleiten
Sowohl richtig als auch falsch. Wenn die Geburt bald beginnt, kann Sex sie tatsächlich auslösen. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens enthält das Sperma das Hormon Prostaglandin, das auch medizinisch zur Geburtseinleitung verwendet wird. Die Menge ist jedoch sehr gering, und es bräuchte etwa sechs Portionen Sperma, um der Wirkung einer Einleitungstablette zu entsprechen. Zweitens fördert Sex die Produktion von Oxytocin, dem Wehenhormon. Besonders ein Orgasmus kann dabei hilfreich sein. Und im Vergleich zu Treppensteigen ist Sex für die meisten eine angenehmere Möglichkeit, die Geburt auf natürliche Weise anzuregen.